Wasser – unerlässlich für Leben

Die Bedeutung des Wassers für die Lebewesen lässt sich zahlenmäßig belegen: Alle Lebewesen enthalten Wasser und sind darauf angewiesen: Eine Tomate hat 94 Prozent Wassergehalt, ein Frosch 78 Prozent und die Säugetiere bestehen wie der Mensch zu zwei Dritteln ihrer Masse aus Wasser. Wasser ist von allen Lebensmitteln das unentbehrlichste. Jede andere Nahrung könnte ein Mensch zur Not einige Wochen entbehren. Ohne Wasser aber kann er kaum länger als zehn Tage überleben. Ein Verlust von 15 Prozent kann bereits tödlich sein.

Wasser ist Nähr- und Reinigungsflüssigkeit. Es transportiert Nährstoffe und Salze im Körper dorthin, wo sie benötigt werden, und nimmt Abfallstoffe des Körpers mit, die ausgeschieden werden müssen. Das Wasser durchdringt und erfüllt den gesamten menschlichen und tierischen Körper. Aber es steht nicht still; die Wasserteilchen wechseln ständig ihren Platz, das Körperwasser zirkuliert. Wasser ist also bei allen Vorgängen im Körper dabei. Nicht zuletzt bei der Verdauung, wenn Hilfsstoffe des Körpers, so genannte Enzyme, die komplexen Moleküle in der Nahrung „in Stücke schneiden“. Diese kleinen „Stückchen“ transportiert die im Körper kreisende wässrige Lösung, das Blut, dann zu jeder Körperzelle. Dort dringen sie ein, werden mit Sauerstoff chemisch umgesetzt und liefern die Energie für alle Körpervorgänge, auch die Körperwärme – und eines der Nebenprodukte dieser chemischen Umsetzung ist wiederum Wasser.

Der Körper enthält aber kein reines Wasser, sondern eine schwache Salzlösung – eine Erinnerung an das Meer, in dem vielleicht einst das Leben entstand und die frühen Lebewesen heimisch waren. Die Stärke dieser Salzlösung, etwa 0,9 Prozent, muss der Körper sehr genau konstant halten. Fünfzehn Mal in der Stunde wandert das gesamte Blut des Körpers durch die Nieren und wird von Abfällen gereinigt; dabei wird auch überschüssiges Salz ausgeschieden. Damit sich der Mensch wohl fühlt, muss das Gleichgewicht des Wassers im Körper genau eingehalten werden. Sinkt der Wassergehalt im Blut, regt sich das Durstzentrum im Gehirn und erzeugt das bekannte Verlangen nach einem Getränk, während ein Wasserüberschuss die Nieren stärker arbeiten lässt. Sowohl zuviel, wie zuwenig Wasser im Körper wirken unangenehm. Verliert ein Mensch nur fünf Prozent seines Körperwassers, schrumpft die Haut, Mund und Zunge werden trocken, und es kommt zu Halluzinationen. Wasser ist auch unerlässlich für die Muskelbewegungen. Ohne Wasser könnte man nicht einmal mit den Augen zwinkern. Aber auch ein Zuviel an Wasser kann sich unheilvoll auswirken. Es ruft Erbrechen und Schwäche hervor. Erzwungene rasche Wasseraufnahme – eine alte Foltermethode – führt nach und nach zu Geistesstörungen, zu Zittern und Krämpfen und schließlich zum Tod.

Wasser ist auch an der Regulierung der Körpertemperatur beteiligt. Weil es als Blut durch den Körper kreist, kann es wie ein Kühlmittel überschüssige Wärme an die Körperoberfläche transportieren. Als Schweiß schützt das Wasser die Körperoberfläche vor zu hohen Temperaturen. Eine bestimmte Menge Wasser verbraucht beim Verdunsten dreimal soviel Verdampfungswärme wie die gleiche Menge Alkohol, kühlt also dreimal so gut. Täglich muss der Mensch unter normalen Bedingungen den Verlust von etwas mehr als 2,5 Liter Wasser ausgleichen. Dazu kann er etwa 1,5 Liter als Getränk zu sich nehmen, den Rest liefern dann die wasserhaltige Nahrung und der Stoffwechsel, der im Körper Wasser entstehen lässt.